Traumen Definition

Die Definition von Traumen

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma ist eine seelische Verletzung, die mit einer starken psychischen Erschütterung einhergeht und die durch verschiedene Erlebnisse hervorgerufen werden kann. Es wird als sehr bedrohlich erlebt und es scheint unmöglich, das erlebte zu verarbeiten. Es geht mit enormen körperlichen und emotionalen Stress einher und es treten Gefühle von Entsetzen und Hilflosigkeit auf.

Es wird zwischen psychischen, mechanischen, physikalischen und chemischen Traumen unterschieden.

Ich möchte mich hier auf die psychischen Traumen beschränken.

Ein psychisches Trauma kann durch Krieg, Verfolgung, Flucht, sexuelle Gewalt, lebensbedrohliche Krankheiten, Trennung, Scheidung, Tod eines nahen Angehörigen, schlimme Erlebnisse in der Kindheit, Stress, Naturkatastrophen, Verlust des Arbeitsplatzes oder auch Mobbing entstehen. Solche Erlebnisse können Auslöser für ein psychisches Trauma sein.

Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebten, reagieren mit Angst, Panikattacken, Unsicherheiten, Schlafstörungen, physischen und psychischen Problemen.

Wie entsteht ein psychisches Trauma?

Psychische Traumen können bei Menschen entstehen, bei der sie selbst akut betroffen sind, zum Beispiel durch Unfall oder einer Naturkatastrophe.

Traumen können in der frühen Kindheit entstanden sein, durch Vernachlässigung, Trennung oder Missbrauch. Nicht immer erleben wir Traumen selbst, sondern sind nur Zuschauer oder mitfühlender Mensch eines Ereignisses.

Psychische Traumen entstehen, weil solche Erlebnisse unser ganzes System überfordern und wir damit nicht umgehen können. Aus diesem Erlebnis heraus fühlen wir und hilf- und machtlos, reagieren mit Angst- und Panikattacken, Schweißausbrüchen, Schlaflosigkeit, Übererregung oder Konzentrationschwierigkeiten.

Aus diesen traumatischen Erlebnissen heraus kann es zu akuten und auch lang anhaltenden Belastungen kommen und daraus zu seelischen wie körperlichen Erkrankungen.

In der ICD 10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) wird hier noch zwischen zwei psychischen Störungen unterschieden.

Die akute Belastungsreaktion und die Posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS genannt.

Akute Belastungsreaktion

Die Definition einer akuten Belastungsreaktion nach ICD 10 ist eine vorübergehende Störung, die man auf eine außergewöhnliche physische und psychische Belastung entwickelt.

Eine akute Belastungsreaktion tritt akut nach einem Trauma auf, wie zum Beispiel Autounfall oder einer akuten Krise und zeigt sich mit innerer Unruhe, Betäubung, eingeschränkter Aufmerksamkeit, Überaktivität, Rückzug, Herzrasen und Schwitzen.

Die Symptome klingen in der Regel nach Stunden, Tagen, manchmal auch nach Wochen wieder von alleine ab.

Viele Menschen zeigen nach einem traumatischen Erleben eine akute Belastungsreaktion und je nach dem, welche eigenen Ressourcen ein Mensch hat, ist oft keine Behandlung nötig. Sollte sie jedoch über das Maß hinaus andauern, ist eine ärztliche Abklärung und Behandlung wichtig.

Posttraumatische Belastungsstörung PTBS

Ähnlich wie bei der akuten Belastungsreaktion geht auch hier ein extrem belastendes Ereignis voraus.

Dieses traumatische Ereignis ist so einschneidend und belastend, dass es wahrscheinlich bei jedem Menschen eine tiefe Verweiflung auslösen würde.

Im Gegensatz zur akuten Belastungsreaktion, wo die Symptome sofort auftreten, kann es bei der Posttraumatischen Belastungsstörung zu einer Verzögerung der Symptomatik von wenigen Wochen bis einigen Monaten kommen.

Typische Symptome sind sogenannte "Flashbacks", wo das traumatische Erleben immer wieder durchlebt und durch Reize ausgelöst wird. Weitere Symptome sind Freudlosigkeit, emotionale Betäubtheit, Alpträume, Vermeidungsverhalten und Suizidgedanken.

Diese Reaktionen des Körpers und der Seele, sind Versuche, mit diesen extremen Erlebnissen zurechtzukommen. Die erlebten Emotionen gehen mit Hilflosigkeit und Machtlosigkeit einher, da man sich aus dieser Situation nicht selbst befreien oder helfen konnte.

Auch Kinder und Jugendliche können solch traumatische Erfahrungen machen. Sie reagieren ebenso wie Erwachsene auf diese Erlebnisse.

Bei Kindern und Jugendlichen ist auch die Angst um das eigene Leben und auch von Eltern und Geschwister ein großes Thema.

Schocktrauma

Ein Schock kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Ich möchte hier auf das Schocktrauma eingehen, das den Menschen psychisch wie physisch überfordert.

Ein Schock ist ein hoch traumatisches Ereignis, das plötzlich und unerwartet passiert.

Jegliche Art von Unfällen, Naturkatastrophen, Tod eines geliebten Menschen, schwere Krankheiten oder Operationen können ein Schocktrauma auslösen. Bei einem Schocktrauma können die Erlebnisse nicht verarbeitet werden und sind für den betroffenen Menschen immer aktuell, als wäre es gerade eben passiert.

Ohne Aufarbeitung des Schocktraumas kann eine Posttraumatische Belastungsstörung entstehen.

Entwicklungstrauma I Bindungstrauma

Ein Entwicklungstrauma, oder auch Bindungstrauma, ist eine tiefgreifende seelische Verletzung, die ihren Ursprung in der frühen Entwicklung des Kindes hat. Das Kind erlebt sich als hilflos und machtlos. Daraus resultiert Traurigkeit, Wut und Resignation. Diese erlebte Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, nehmen wir bis in unser erwachsenes Leben mit.

Der Grund dieser Emotionen kann ein gefühlskaltes Elternhaus sein. Eltern, die mit ihrer Aufgabe überfordert waren und daraufhin mit Gewalt reagierten. Oder sie waren selbst psychisch labil, durch eigene erlebte Entwicklungstraumen. Als Kind musste man sehr früh Verantwortung übernehmen, es gab kein sicheres Zuhause und es war von Verlassenheit geprägt.

Wenn ein Kind sein Zuhause als unsicher erlebt, nicht gelernt hat, für sich selbst einzustehen, keinen eigenen Willen haben durfte und die Umgebung als gefährlich erlebt hat, entwickelt ein Kind die Überzeugung, es ist nicht richtig und wird nicht geliebt.
Meist geben sich die Kinder auch noch selbst die Schuld an diesen Ereignissen, da es diese frühen Verletzungen noch nicht selbst verarbeiten kann.

Die daraus resultierenden Verletzungen bleiben als seelischen Wunden im Nervensystem und im Körper verankert.

Als Erwachsene erleben wir diese Verletzungen als psychosomatische Probleme, Ängste, Panikattacken, Phobien und Depressionen. Sie werden meist noch von Gefühlen der Minderwertigkeit  begleitet und mit wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Erinnerungen an diese seelischen Verletzungen können wir als Erwachsene diffus erleben, oder aus einem Schutzmechanismus heraus sehr verdrängt spüren. Das Leben wird oft als schwer empfunden.

Diese meist unbewussten Erinnerungen aus der Kindheit, werden als "Trigger" wieder ausgelöst. Sei es durch einen Geruch, einer Geschichte, einem Bild, einer Stimme oder einem verletzenden Ereignis.

Viele Menschen bringen ihre körperlichen und seelischen Themen nicht mit ihrer Kindheit zusammen. Doch die Erfahrung zeigt, dass seelische Verletzungen aus der Kindheit, psychische wie physische Erkrankungen auslösen können.

Doch jetzt was tun?

Bei der akuten Belastungsstörung, wenn sie alleine nicht verarbeitet werden kann, sowie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung ist es hilfreich, sich bald möglichst Unterstützung zu holen und sich psychotherapeutisch mit Traumatherapie oder Körpertherapie helfen zu lassen.

Bei Entwicklungs- und Bindungstraumen ist eine Psychotherapie ebenso eine gute Möglichkeit, seelische Verletzungen aus der Kindheit zu wandeln und zu heilen.

Wie lange eine Therapie dauert, hängt von der Therapieform und auch von der Resilienz des jeweiligen Menschen ab.

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