Lebenskrisen

Lebenskrisen I stärkende Herausforderungen

Lebenskrisen reißen uns aus unserem bequemen Leben heraus. Sie fordern uns dazu auf, etwas zu verändern.

Jeder Mensch macht in seinem Leben mal eine oder mehrere Krisen durch, kleinere und größere. Solche Krisen können in jedem Alter auftreten. Für ien Baby ist schon eine Krise, wenn es nicht sofort gefüttert wird. Diese Krise wird in der Regel sofort behoben und das Nervenssystem kann sich wieder normalisieren. Wenn sich diese Situation jedoch nicht adäquat ausbalanciert, dann bleiben wir in der Stresssituation stecken. Daraus lernt das Baby, dass es hilflos und machtlos ist und genau das prägt diesen Menschen für sein Leben. Dieses Kind hat daraus gelernt, dass Krisen lebensbedrohlich sind. Denn wenn niemand da ist, der es füttert und liebevoll beruhigt, kann es für sich keine Strategien aufbauen, wie man mit Krisen umgeht und dass auch niemand da ist, der einem in dieser Situation hilft und unterstützt.

Wenn uns so  etwas widerfährt, haben wir eine hohe Vulnerabilität entwickelt und konnten dadurch keine Ressourcen aufbauen. Vulnerabilität bedeutet "Verwundbarkeit" "Verletzlichkeit". Sie wird durch soziale, psychische, organische und/oder genetische Faktoren bedingt. Vulnerabilität sagt uns, wie anfällig wir auf Belastungen und Ereignisse in unserem Leben reagieren. Wer schon mit einer stabilen Vulnerabilität, sprich wenig Verwundbarkeit auf die Welt gekommen ist, der hat Ressourcen entwickelt, um auf Lebensereignisse gut reagieren zu können.

Doch wer eine hohe Vulnerabilität besitzt, den können Lebenskrisen aus der Bahn des Lebens werfen. Meist kommen sie scheinbar ganz plötzlich und wir können nicht mehr adäquat darauf reagieren. Wir fühlen uns hilflos und machtlos und wissen nicht, was wir machen sollen.

Die Ursachen von Lebenskrisen können schwere Krankheiten, der Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung oder Trennung, der Tod eines nahen Angehörigen oder Umzug sein. Für Kinder kann schon die Einschulung eine Krise bedeuten.

Eine weitere Ursache kann sein, dass Veränderungen, die anstehen, nicht umgesetzt werden können. Alles Neue macht erstmal Angst und man weiß nicht, wie man das bewältigen soll.

Schwere Lebenskrisen werden in 4 Phasen durchlaufen. Zuerst ist die Phase der Verleugnung. Wir wollen sie nicht wahrhaben.

In der 2. Phase überkommt uns die Hilf- und Machtlosigkeit gegenüber der Situation. Wir verspüren Ängste und Zweifel. Danach kommt es zu einem annehmen der Situation, wir suchen nach Lösungsmöglichkeit und freunden uns mit dem Neuen allmählich an.  In der 4. Phase haben wir uns damit schon auseinandergesetzt und die Veränderungen akzeptiert. Dabei erkennen wir auch den Nutzen dieser Krise.

Meisten werden alle 4 Phasen durchlaufen. Es kann jedoch auch sein, dass wir in einer der Phasen steckenbleiben und weiterhin mit unserem Schicksal hadern.

Die Folgen oder Symptome einer Lebenskrise sind Depressionen, Selbstmitleid, Schlafstörungen, körperliche und seelische Probleme, Unruhe und Verspannungen.

Wer eine Krise durchläuft, kann gestärkt daraus hervor gehen. Wir können innerlich an unseren Fähigkeiten und Potenzialen wachsen und unser Leben aus einer neuen Ebene heraus betrachten und weitergehen.

Menschen in einer Krise brauchen viel Halt und Vertrauen, damit sie erkennen, was daraus erkannt und erlernt werden darf.