Depression, die verwundete Seele

26. Feb 2024,

Depression, die verwundete Seele

Depressionen betreffen Gefühle, innere Stimmungen und Körperempfindungen. Für Menschen mit Depressionen erscheint das Leben grau und leer. Alles erscheint schwer und hoffnungslos. Körper, Geist und Seele leiden aus ihrem tiefsten Inneren heraus.

Depression - die verwundete Seele


Das Wort Depression kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „niederdrücken“.

Die Depression ist ein seelisches und körperliches Leiden. Laut dem Schweizer Psychotherapeuten Josef Giger-Bütler ein „Geschehen“. Der Mensch reagiert auf vergangene und auch aktuelle Ereignisse mit depressiven Mustern. Er reagiert auf Überforderungen von Lebensereignissen mit Erschöpfung.

Eine Depression definiert eine kurze oder auch lange Phase des Lebens, in der es Menschen emotional nicht gut geht. Sie fühlen sich niedergedrückt, freudlos, antriebslos, angstvoll und einsam.

Viele Menschen kennen die depressive Stimmung, eine Phase, in der man sich niedergedrückt fühlt, die jedoch nach einer Zeit wieder von allein vergeht. Denn nicht jede Niedergeschlagenheit oder Verstimmung ist eine Depression.

Bei vielen Menschen taucht diese Phase immer wieder episodisch auf. Zum Beispiel im Winter, wenn die Tage kürzer werden, der Nebel scheinbar nie mehr vergeht.

Eine langanhaltende Depression jedoch, kann über Jahre gehen, mit verschiedensten Phasen, in denen Suizidgedanken und auch Suizidhandlungen vorkommen können.

Nicht immer werden die depressiven Verstimmungen von Partnern, Freunde oder Familienmitglieder erkannt.

Ein Grund kann sein, dass sich Menschen, die an einer Depression leiden, sich meistens zurückziehen und Kontakt zu anderen Menschen vermeiden. Auch kann es sein, dass sie sich oft schämen, über ihre Krankheit zu sprechen und das Umfeld dadurch oft nichts mitbekommt.

Ein anderer Grund kann sein, dass diese Menschen ihren Arbeitsplatz, ihre Partnerschaft oder auch Freundschaften nicht verlieren möchten.
Erkranken Menschen an einer Depression, leidet auch die Partnerschaft, der Beruf, die Freundschaften und die ganze Familie darunter.

Viele sind zeitweise oder über Jahre hinweg nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben oder am Familienleben teilzunehmen.

Eine Depression wird in der Gesellschaft meist nicht angenommen. Viele sprechen darüber nur hinter vorgehaltener Hand, als wenn sie ansteckend wäre. Als wäre der Mensch mit einer Depression psychisch gestört. Doch dieser Mensch ist nicht in sich gestört, sondern das Leben fordert zu viel. Er leidet an der Überforderung des Lebens, und sich zurückzuziehen, ist die einzigste Möglichkeit, der er sich bedienen kann. Das kann bis hin zum Suizid gehen, da er für sich keine andere Möglichkeit mehr sieht, dieser Überforderung zu entgehen.

Die Überforderungen können vielfältig sein. Es sind aktuelle oder vergangene Umstände seines Lebens, die die Lebensqualität immens beeinträchtigen können.

Dabei gibt es vielfältige Ursachen für eine Depression.

Die Kündigung der Arbeit, eine Trennung, der Tod eines nahen Angehörigen, eine ungeliebte Partnerschaft, Abhängigkeiten von Menschen, Umzug, Geburt eines Kindes, Veränderungen die nicht verkraftet werden oder auch frühkindliche Verletzungen.

Auch Krankheiten können eine Ursache von depressiven Episoden sein. Wenn eine schwerwiegende Krankheit vorausgeht, kann es sein, dass man mit Depressionen reagiert, weil viele Ängste da sind und weil man vielleicht nicht mehr weiß, wie das Leben weitergehen wird.

Auch Medikamente können unsere Psyche beeinflußen und unser System reagiert darauf mit einer Depression.

Meine eigenen Erfahrungen mit Depressionen habe ich als Kind gemacht, was ich allerdings erst als Erwachsene realisiert habe, dass meine Mutter depressive Episoden hatte. Phasen, in denen sie teilnahmslos auf einem Stuhl saß und um sich herum nichts mehr wahrnahm und nur noch vor sich hinstarrte.
Als Erwachsene habe ich solche Phasen auch selbst erlebt. Wo jeder Gedanke und jede Bewegung sich schwer anfühlte, alles zu viel war, keine Freude mehr am Alltag zu spüren war und auch keine Gefühle mehr da waren. Alles war grau und trüb. Der Hintergrund für meine depressive Episode war Überforderung einerseits und ein Gefühl der Aussichtslosigkeit, dass ich feststecke und sich niemals mehr was verändert.

Was auch immer der Hintergrund für Depressionen ist, der Mensch reagiert mit Mutlosigkeit, Selbstzweifel, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, innerer Erschöpfung und Rückzug.

Weitere häufige Symptome sind

• Schlafstörungen
• Konzentrationsstörungen
• Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
• Schuldgefühle
• Negative Zukunftsperspektiven
• Verminderter Appetit
• Suizidgedanken und Suizidhandlungen

Es kann soweit gehen, dass er in seinem ganzen Leben keinen Sinn mehr sieht.

Wenn der Extremfall eintritt und ein Mensch sich für eine Selbsttötung entscheidet, dann hat er sich aus seiner innersten Not heraus dafür entschieden.
Dies hinterlässt bei den Angehörigen Schmerz, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und auch Wut.

Auch Schuldgefühle können da auftauchen, weil sie es nicht wahrgenommen haben und diese Tat deshalb nicht verhindern konnten.

Eine Depression ist ein Hilfeschrei der Seele. Sie ruft aus tiefster Not heraus. Dies kann ein lautloser Schrei oder auch ein lauter Schrei sein. Er kann auch im Hals stecken bleiben und als ein „Kloß im Hals“ empfunden werden.

Menschen mit depressiven Erkrankungen haben von sich ein negatives Selbstbild. Sie haben Glaubensätze wie „Ich bin nicht liebenswert“, „Ich bin nie gut genug“ oder "Ich bin nicht richtig, so wie ich bin“, oder "ich schaffe das nie".

Eine Depression ist die Dunkelheit in der tiefsten Seele. Die Farbe Schwarz wird mit einer Depression verbunden. Das flehen und rufen der Seele eines depressiven Menschen möchte ihn auffordern, hinzuschauen und hinzufühlen. Dorthin, wo die Ursache seiner Erkrankung liegt.

Eine Depression ohne Ursache gibt es nicht und sei die Ursache auch noch so simpel. Auch eine scheinbar simple Ursache kann einem am Leben zweifeln lassen.

Eine Depression kann nur verstanden werden, wenn die Lebensgeschichte und alle Lebensumstände ganzheitlich angeschaut werden.

Jede Erkrankung fordert uns auf, hinzuschauen. Damit aus der Überforderung eine Herausforderung werden kann, die zu bewältigen ist.

In jedem Menschen steckt ein überlebensfähiger Funke, der uns hoffen lässt, dass es einen Weg aus dieser Erkrankung gibt und uns das Licht am Ende des Tunnnels wieder sehen lässt.

Sich an diesen Funken wieder erinnernd, um sich zu erlauben, leben zu dürfen. Die eigene Wertigkeit und das Wohlergehen für sich selbst zu spüren und anzunehmen.

Um im eigenen Tempo das Leben zu gehen, sich selbst spürend und akzeptierend.

Sich Zeit nehmen und erkunden, was einem wichtig ist im Leben. Sich aus den Erwartungen des Umfeldes und der Gesellschaft zu befreien, die einem vorgaukelt, nur das Streben nach Äußerlichkeiten ist das wichtigste im Leben.

Das wichtigste kann nur Ich selbst sein. Mit all meinen Gefühlen und Empfindungen, die mich auf meinem Lebensweg leiten.

Doch was tun? Um wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen braucht es Bereitschaft und Mut. Wenn dies gegeben ist, hat eine psychotherapeutische Behandlung für mich die Prio eins.

Eine Therapie, in der der Körper miteinbezogen wird, um wieder in Kontakt zu seinen Gefühlen und Körperempfindungen zu kommen. Es gibt mittlerweile einige Therapieformen die Körperorientiert arbeiten.

In Kombination mit anderen Techniken wie zum Beispiel Musiktherapie, Energiearbeit, Meditation und Imaginationstechniken, die alle den Fokus auf ein positives Selbstwertgefühl, Selbstachtung und der Selbstwirksamkeit legen.

Jeder Mensch verfügt über Selbstheilungskräfte, die entdeckt und aktiviert werden können.

Wenn du selbst an einer Depression leidest, dann such dir einen Therapeuten, der dich wieder daran erinnert, wer du wirklich bist. Der dich unterstützt, in deine Schöpferkraft zu kommen und in die Lebendigkeit.

So dass das Leben wieder Hell, Licht und lebenswert wird.

Herzlichst

Monika

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