Erwartungen an mich und andere – Was steckt wirklich dahinter?

02. Sep 2026,

Erwartungen an mich und andere – Was steckt wirklich dahinter?

Erwartungen an uns selbst und andere begleiten uns im Alltag. Was steckt hinter unserer Erwartungshaltung und wie finden wir zurück in die eigene Verantwortung?

Erwartungen – an mich und an andere

Heute habe ich Lust, einen neuen Blog zu schreiben. Das Thema Erwartungen beschäftigt mich gerade sehr.

Erwartungen an mich selbst und auch an andere Menschen.

Ihr werdet es bestimmt kennen: Diese Erwartungen, die wir an uns selbst stellen. Dass wir gut genug sind. Dass wir uns anpassen, schnell genug, intelligent genug und schön genug sind.

Oder die Erwartungen an andere.

Dass der oder die etwas tun müsste. Dass sich jemand dementsprechend verhalten müsste. Dass jemand richtig oder so reagieren sollte, wie wir es uns wünschen.

Diese Liste könnte ich ewig weiterschreiben.

Diese Erwartungshaltung an uns selbst oder an andere ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Auch ich selbst stolpere immer wieder darüber und habe mir deshalb Gedanken gemacht.

Warum erwarten wir eigentlich etwas?

Warum legen wir Erwartungen an unsere Mitmenschen? Was steckt da in der Tiefe dahinter?

Die Antwort ist gar nicht so einfach und auch nicht schnell beantwortet.

Bei den Erwartungen an uns selbst ist es für mich etwas einfacher zu beantworten.

Wir wollen natürlich gut sein, schön, intelligent, nett, zuvorkommend – um im Leben weiterzukommen, um in der Gesellschaft anerkannt zu sein, um einen guten Job zu bekommen, um viel Geld zu verdienen, um viele Freunde zu haben und noch vieles mehr.


Wir machen Sport, um gesund und fit zu sein. Wir achten auf unser Aussehen, weil wir gesehen werden wollen mit dem, was wir sind.

Solange wir unsere eigenen Erwartungen auch selbst erfüllen können, ist das ja erst einmal kein Problem.

Anders ist es, wenn wir Erwartungen an unsere Kinder, Partner, Familien oder Kollegen haben.

Denn dann sollen die anderen etwas erfüllen, was ich selbst nicht habe oder mir vielleicht selbst nicht erfüllen kann.

Ich selbst ertappe mich immer wieder dabei, anderen meine Erwartungen aufzudrücken.

Damit ich mich gut fühlen kann.

Damit ich weniger Verantwortung habe.

Damit andere mehr tun müssten, damit ich mehr Freizeit habe.

Damit sich andere darum bemühen, etwas zu tun, damit es mir besser geht.

Doch das fühlt sich für mich falsch an.

Denn ich möchte auch für niemanden verantwortlich sein, dass es ihm gut geht.

Ich bin der Meinung, dass niemand in meinem Umfeld schuld ist, wenn es mir gerade schlecht geht. Oder wenn ich mich langweile. Oder wenn ich keine Anerkennung oder Wertschätzung bekomme, obwohl ich sie gerade so nötig bräuchte.

Natürlich wünsche ich mir Wertschätzung.

Natürlich möchte ich gesehen werden.

Aber ist deshalb ein anderer Mensch dafür verantwortlich?

Viele Menschen in unserer Gesellschaft sind schnell dabei, anderen die Schuld zu geben, wenn etwas nicht so funktioniert, wie sie es gerne hätten. Weil es nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Dann erwarten sie, dass der andere es so macht, wie sie es möchten, damit es ihnen gut geht.

Und das ist meiner Meinung nach nicht richtig.

Denn in diesem Moment bin ich nicht mehr in meiner eigenen Verantwortung für mein Leben.

Ich kreiere mein Leben selbst.

Ich entscheide, wie hoch meine Messlatte ist, mit der ich mich selbst und andere messe.

Aber ich kann meine Messlatte nicht einfach auf andere anwenden.

Jeder Mensch hat seine eigenen Prioritäten. Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung davon, was wichtig und richtig ist.

Wenn ich also die Erwartung habe, dass mein Partner etwas nicht gut genug macht, weil es nicht meinen persönlichen Erwartungen entspricht – was ist dann die richtige Entscheidung?

Vielleicht ist die Frage nicht:

„Warum macht der andere das nicht so, wie ich es möchte?“

Sondern vielleicht:

„Was macht das gerade mit mir?“

Und:

„Was brauche ich eigentlich?“

Denn unter all dem liegt, glaube ich, sehr oft ein Thema der Wertschätzung.

Wir alle wollen wertgeschätzt und geliebt werden.

Darum wollen wir vieles richtig machen. Wir legen Wert auf Dinge, bei denen wir meinen, dass wir dadurch Anerkennung, Liebe oder Wertschätzung bekommen.

Und wenn dann jemand etwas nicht so macht wie wir, entsteht vielleicht ganz unbewusst das Gefühl:

Ich werde nicht wertgeschätzt.

Ich werde nicht gesehen.

Ich bin nicht wichtig.

Oder vielleicht sogar:

Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.

Ich glaube, dass genau das ein Grund sein kann, warum wir Erwartungen an andere haben.

Damit wir das Gefühl haben, wir sind richtig, so wie wir sind.

Mit allen Erwartungen, die wir uns selbst erfüllen können, sind wir in unserer Eigenverantwortung.

Wenn wir andere dafür brauchen, dass wir uns gut fühlen, sind wir es nicht mehr.

Und vielleicht lohnt es sich, genau dort einmal hinzuschauen.

Wo habe ich Erwartungen an andere?

Was soll der andere tun, damit es mir besser geht?

Was glaube ich, müsste jemand anderes verändern, damit ich mich wertgeschätzt, gesehen oder geliebt fühle?

Und was davon kann ich vielleicht selbst für mich übernehmen?


Dieses Thema ist für mich gerade sehr speziell und ich könnte noch viel mehr dazu sagen. Doch das würde den Rahmen sprengen.

Ich würde mich freuen, wenn euch das Thema ein wenig zum Nachdenken bringt.

Vielleicht nehmt ihr euch einmal Zeit und schaut bei euch selbst hin:

Wo habe ich Erwartungen an andere?

Wo gehe ich dadurch vielleicht aus meiner eigenen Verantwortung für mich und mein Leben?

Und vielleicht entdeckt ihr dabei auch, was hinter euren Erwartungen liegt.

Ein Wunsch nach Anerkennung?

Nach Wertschätzung?

Nach Liebe?

Nach Sicherheit?

Es müssen keine großen Veränderungen sein.

Manchmal beginnt es mit einem kleinen Moment des Erkennens.

Mit dem Gedanken:

„Ah, da ist gerade wieder eine Erwartung von mir.“

Und vielleicht ist genau das schon ein erster Schritt zurück zu uns selbst.

Denn wir können nicht bestimmen, wie andere Menschen sind.

Aber wir können immer wieder neu entscheiden, wie wir mit unseren eigenen Erwartungen umgehen.

Und auch kleine Schritte werden belohnt.


Herzlichst Monika

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